Béatrice Beauverd

Angst/Lüge isoliert

Die Liebe Gottes schmilzt das Eis

VK18 Modul 4 vom 11./12.01.19 in der Chrischona in Weinfelden

Thema:        Trauma - Teil 1
Referentin:  Béatrice Beauverd, SAS

Béatrice Beauverd: herzlich, motivierend, bestimmt, einfühlsam und liebevoll hat sie uns am Freitag in das Thema eingeführt, am Samstagmorgen modellieren lassen und bis am Abend viele wertvolle Informationen weitergegeben und Fragen beantwortet. Ihre Ausführungen wurden ergänzt durch zwei wertvolle Zeugnisse aus ihrem Team. Hier der Versuch einer Zusammenfassung des umfassenden Themas:

„Um sich mit Trauma zu beschäftigen muss man mutig sein!“
Mut, sein eigenes Leben zu verstehen.

Trauma bedeutet grundsätzlich Wunde. Es ist eine körperliche oder psychische Verletzung die zu Veränderung in Körper und oder Psyche führen kann. Von Trauma spricht man ungefähr seit 1979, als man bei amerikanischen Soldaten, die aus dem Vietnamkrieg zurückkehrten, unkontrollierbare Ängste, Wut und Stress im Alltag nachwies. Es sind aber nicht nur Kriegserlebnisse, Umweltkatastrophen oder Unfälle die zu einem Trauma führen können. Auch negative Erfahrungen in der Kindheit können ein Trauma bewirken. Dabei zerbricht die Seele – die Teile, die das Trauma tragen, wachsen nicht mehr – anstatt vorwärts zu gehen, geht man rückwärts! Das löst Ängste aus und Angst führt in eine verkehrte Welt. Oft wird aus Angst das Gegenteil gemacht von dem, was gut und sinnvoll wäre. Wenn man Angst hat, weicht man aus, zieht sich zurück. Wenn man Angst hat, braucht man Kontrolle. 
Am Beispiel vom kleinen Louis zeigt Béatrice wie ein Trauma entstehen und welche Konsequenzen das Trauma auf unser Leben haben kann. Sein (Selbst-)Vertrauen ist gebrochen. Eine Lüge bestimmt sein weiteres Leben und führt ihn in Knechtschaft und Ausgrenzung. Er kann so den ihm von Gott zugedachten Platz nicht einnehmen.
Die erfahrene Verletzung wirkt sich auf den ganzen Menschen aus (Körper, Seele und Geist). Das Trauma führt zu posttraumatischem Stress. Zum Schutz isoliert sich der Mensch, hüllt sich in die Lügen ein – ist dadurch gefangen und geknechtet.
„Ich bin Meister meiner Seele!“ (Nelson Mandela) Bin ich Meister meiner Seele? Oder stehe ich unter der Knechtschaft der Lüge?
Denn ihr sprechet: Wir haben einen Bund mit dem Tode geschlossen und einen Vertrag mit dem Scheol gemacht: Wenn die überflutende Geissel hindurchfährt, wird sie an uns nicht kommen; denn wir haben die Lüge zu unserer Zuflucht gemacht und in der Falschheit uns geborgen. (Jes 28,15)
Durch erlebte Traumata kann mein Herz versteinern – oder wie ein Eisblock, kalt und hart werden. Nur wenn ich es der Liebe und Wärme Gottes hinhalte kann es wieder weich werden und zum Leben finden.
Wir haben von Gott unser Herz, unsere Seele, zum Leben erhalten. Im Laufe der Zeit ist unser Herz durch erlebte Traumata in viele Teile zerbrochen und wir stehen in Gefahr, diese an die Welt zu verlieren. Doch jeder Teil unseres Herzens, unserer Seele, gehört uns. Wenn wir es erlauben, nimmt Gott diese Teile behutsam, eines nach dem anderen, in seine Hände, reinigt und heilt sie, setzt sie an ihren richtigen Platz und schenkt uns so ein erneuertes Herz.
Wenn wir ein Trauma erleben, sind wir nicht schuldig, wir sind Opfer! Es ist wichtig, dass wir in einen Heilungsprozess hineinkommen - Gott suchen und den schmalen Weg zuversichtlich weitergehen - auch anderen Menschen helfen aus ihrem Trauma herauszukommen. 
„Der Geist des Herrn, Jehovas, ist auf mir, weil Jehova mich gesalbt hat, um den Sanftmütigen frohe Botschaft zu bringen, weil er mich gesandt hat, um zu verbinden, die zerbrochenen Herzens sind, Freiheit auszurufen den Gefangenen, und Öffnung des Kerkers den Gebundenen“ (Jes 61,1)
Gott hat uns Zeit gegeben – und Satan will uns die Zeit nehmen! Wir rennen allem Möglichen nach. Heute will man Symptome heilen – anstatt den Ursachen auf den Grund zu gehen. Leben ist mehr als nur Mechanik. Liebe durchströmt Körper, Seele und Geist. Wir müssen wieder lernen zu Vertrauen. Aus Vertrauen entsteht Kommunikation. Aus Kommunikation entsteht Beziehung, Entwicklung und Wachstum (auch geistlich). Dies gilt für Paare, Familien, Arbeitswelt, Kirche, Gesellschaft und Politik (also alle Lebensbereiche). Es gibt keine Gesellschaft ohne Beziehung!
"Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis; weil du die Erkenntnis verworfen hast, so verwerfe ich dich, daß du mir nicht mehr Priesterdienst ausübest; und du hast das Gesetz deines Gottes vergessen: so werde auch ich deine Kinder vergessen." (Hos 4,6)
Viele Menschen gehen Idolen nach (Sportler, Künstler ...) sind aber innerlich leer, wesenlos, ohne Persönlichkeit! Das Leben ist nicht Kontrolle, sondern Sinn! Die meisten Menschen kontrollieren sich selber und andere; sie wollen über Anderen stehen, wollen grösser sein als die Anderen, klüger – das führt zur Angst, dass kein Platz mehr da ist (Gesellschaft, Arbeit). Diese Gesellschaft funktioniert nur noch in Angst. Angst macht aber abhängig und damit unfrei! Die Lüge nimmt gefangen, nur die Wahrheit macht frei! Und Wahrheit kann nur durch Gott kommen! 
Denn Jehovas Augen durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist. (2. Chronik 16,9)
Wir müssen wieder die richtige Identität aus Gott finden (gerade was Geschlechtsverirrungen betrifft). Gott ist Gentlemen, er ist respektvoll und klopft an unsere (Herzens-)Türe. Wir haben die Möglichkeit IHM die Türe zu öffnen. Im Traum ist immer die Erinnerung. Er hilft uns den weltlichen Schmutz aus uns zu entfernen.

Die Hirten in der Weihnachtsgeschichte haben Furcht, doch die Engel sagen: „Fürchtet euch nicht, wir bringen gute Nachricht, ein Kind, der Heiland, der Retter ist euch geboren!“ Vertrau diesem Kind und bau eine Beziehung zu IHM auf!
Bei der Ehebrecherin hat sich Jesus von der Menge nicht beeinflussen lassen. Er hat das Gebot nicht verneint, die Frau aber auch nicht verurteilt. Gott ist barmherzig. Er sagte aber der Frau: sündige nicht mehr bzw. schädige dich nicht mehr selbst. Vergebung bedeutet nicht, dass die Tat richtig war.

Am Samstagmorgen durften wir mit Tonerde modellieren. Eine Hilfe in der Traumatherapie. Das Modellieren ist ein Prozess an dem der ganze Mensch (Körper, Seele und Geist) beteiligt ist. Der Prozess und das „fertige“ Model geben Hinweise und Erkenntnisse über den aktuellen Stand unseres Lebens.
Béatrice zeigte uns Werke von Alberto Giacometti, Niki de Saint Phalle und René Magritte und schilderte kurz deren Lebenslauf und wie deren Werke die erlebten Traumata ausdrücken.
„Der wahre Wert der Kunst liegt in ihrer befreienden Kraft der Offenbarung.“ (Magritte)

Ausschnitt Referat Béatrice Beauverd

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