Andreas Recher

Marco Gmür

PS19  Seminar 1 FR/SA vom 27/28.09.2019 in der GvC in Frauenfeld

Thema:     Kreislauf der Erneuerung (KdE)
Referent:  Andreas Recher (Berufungsschmiede.ch) und Team

Echt versöhnt - mit Gott, mit mir und dir oder auch Vergangenheitsbewältigung auf biblischer Basis. Das bewirkt der Kreislauf der Erneuerung (KdE) den uns Andreas Recher und sein Team am Freitagabend und Samstagmorgen mit Herzblut in der Theorie aufgezeigt und durch lebendige Zeugnisse verständlich gemacht hat. Am Samstagnachmittag lag es dann an uns, das Angebot dieses biblischen Weges in der Praxis anzunehmen und eigene erste Schritte in kleinen Gruppen geführt von einem erfahrenen „Kreisläufer“ zu wagen.

"Wagen", wenn ich damit die Liebe und unermessliche Fülle des Lebens aus Gott befreit erfahren darf? Weil auf diesem Weg vor dem Heiligen Gott mein Leben in Wahrheit offenbar wird. Mein Stolz, meine Ängste, mein ganzes unvollkommen sein, meine Bedürftigkeit. Abkürzen durch schnelle Vergebung ist ausweichen und Täuschung. Ich fürchte mich vor dem Schmerz. Nur der Blick auf Jesus macht mich demütig. Er ist dem Schmerz nicht ausgewichen. Er, der ohne Sünde ist, hat durch seinen freiwilligen Tod am Kreuz diesen Weg für mich erst möglich gemacht. Und sein Heiliger Geist ist mit mir bis ans Ende der Zeit. Darum "wage" ich den Kreislauf der Erneuerung und nehme mir für jeden Schritt genügend Zeit. Hier eine Andeutung der einzelnen Schritte - Grundgerüst bilden die Stiftshütte (2 Mose, 25 und folgende) und das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15,11-32):

  • Offenbarung - Erkennen (Schritt 1)
    Ich werde mir der Missstände in meinem Leben, meiner Familie, in der Beziehung zu Gott oder Mitmenschen bewusst. Massstab dazu sind die Ordnungen Gottes. 
  • Busse tun (Schritt 2)
    Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln. Ich rechtfertige mich nicht, suche keine Ausreden mehr sondern bekenne, bereue und kehre um. 
  • Vergebung (Schritt 3)
    Ich nehme die Vergebung von Gott an und vergebe andern und mir selbst. Nicht schnell und oberflächlich, denn i
    ch bin mir bewusst, dass dies ein juristischer Akt ist, indem ich auf Recht verzichte! Das mosaische Gesetz Auge um Auge, Zahn um Zahn ist gerecht und schafft Recht. Jesus hat es nicht aufgehoben aber durch sein Sühneopfer hat er für uns den Weg zum Vater freigemacht. Wenn Gott uns vergibt, dann verzichtet Gott auf sein Recht. Nur durch Gnade sind wir gerecht! Bin ich wirklich bereit, meinem Nächsten zu vergeben und auf mein Recht zu verzichten? 
  • Versöhnung (Schritt 4)
    Ich habe wieder Gemeinschaft und Frieden mit Gott, dem Nächsten und mir. 
  • Wiedergutmachung (Schritt 5)
    Aufgrund der in Schritt 2 übernommenen Verantwortung bin ich bereit, „Schadenersatz“ zu leisten.  
  • Wiederherstellung (Schritt 6)
    Ich vertraue allein auf Gott. Er ersetzt, was verloren oder nie da war (z.B. Geborgenheit, Liebe, Annahme) 
  • Neue Ehrfurcht (Schritt 7)
    Gottes Gnade und Barmherzigkeit (siehe Schritte 1 bis 6) führen mich in eine neue tiefe Beziehung mit Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ein Freudenfest!
     

Die Rückmeldungen und Zeugnisse aus den Gruppen ermutigen zum Fortführen des Kreislaufs, ihn einzuüben, anzuwenden und zu leben, auch in der Ehe.

Hinweis auf Dissoziative Störungen
Im Anschluss an den Praxisteil referierte Marco Gmür über verschiedene Grade von dissoziativen Störungen, beginnend bei Verdrängungen von denen alle Menschen betroffen sind über Trauma, Perversion, Kriegstrauma, emotionelle Abspaltungen bis zu mehrfach Dissoziierten. In der Therapie, vor allem bei den einfacheren Störungen, arbeitet er auch erfolgreich mit dem Kreislauf der Erneuerung. 

Ausschnitt Referat Andreas Recher

Partner

.