Adrian Nagel

Adrian Nagel

Selbst-Steuerung

Selbst-Steuerung

am Du zum Ich

am Du zum Ich

Gnusch?

Gnusch?

PS19  Seminar 3 Samstag, 30.11.2019 in der FEG in Sulgen

Thema:     Konflikte und Krisenzeiten bewältigen
Referent:  Adrian Nagel (kraftwerk.sh)

Wie überreich sind wir doch gesegnet! Gestern Abend durch den wunderbaren Heilungsgottesdienst mit Claudio Killias und heute mit der Fülle über Gottes Liebe und der grossen Herzenswärme von Adrian Nagel.

Und wieder geht es um Haltung, um unsere Haltung, die zu unserem Verhalten führt. Häufig kommt unser Verhalten aus der vermuteten Sicht, wie andere uns sehen und beurteilen. Dabei müssten wir uns zuerst unserer eigenen Haltung bewusst werden, um daraus unser Verhalten abzuleiten. Haltung und Verhalten sollen dabei von der Liebe Gottes zu uns und dem Respekt gegenüber uns und anderen geprägt sein. Ich erwarte und bitte um Licht vom Heiligen Geist, damit ich meine Haltung in seinem Licht betrachten und immer wieder neu ausrichten kann. Dabei lässt Gott uns immer die Wahl; aber richtig wählen liegt an uns!
Und wieder diese Frage: Was ist unsere Erwartung an diesen Tag? Es ist wichtig, dass wir unsere Erwartungen aussprechen können. In Beziehungen sind unausgesprochene Erwartungen schwierig.

Krisen kommen oft, wenn etwas Gutes, traditionelles plötzlich nach Veränderung ruft; Kinder ziehen aus, Kündigung von Wohnung oder Arbeitsplatz, Verflachung einer langjährigen Gemeinschaft ...

Wie sollen wir in Krisen sein? Adrian nimmt das Bild von Jesus am Kreuz – in seinem Leid – was macht er? Er kümmert sich um seine Mutter (bringt sie mit Johannes zusammen), um den Verbrecher zur Rechten, um seine Peiniger. Was hat ihn dazu befähigt in seiner absoluten Krisensituation so zu handeln? Ein Grund ist seine Identität, er weiss, wer er ist, wer sein Vater ist. Der schlimmste Moment war sicher für ihn, als er die gefühlte Trennung von Gott geäussert hat.

Wie reagieren wir, wie reagiert unser Hirn in Krisensituationen? Im Präfrontalen Kortex sind unsere Fähigkeiten für die Selbststeuerung verankert (z.B. die Impulskontrolle). Er lässt uns das Schwierige tun, wenn es das Richtige ist. Dafür muss aber zuerst das Selbst(-Bewusstsein) entwickelt sein. Jedes Kind hat diese Anlage, es hängt aber ganz entscheidend von der Beziehung zur Betreuungsperson in den ersten drei Lebensjahren ab. Dies kann eigentlich nur die Mutter sein! Wir sind gemacht für Beziehung. Der Mensch wird am DU zum ICH. Daher ist ein ständiger Wechsel von Bezugspersonen in den ersten Lebensjahren ungünstig. Wir müssen von Mutter (Mädchen) und Vater (Knaben) hören können, wer wir sind. Es ist die Grundlage für unsere Identität. 

Sind wir zur Selbststeuerung nicht fähig, werden wir schnell manipuliert. Wir fragen uns dann, was wir tun müssen, damit die anderen mit mir zufrieden sind. Wir suchen dann die rasche Belohnung und Unangenehmes (was gerade notwendig wäre) vermeiden wir. David hat seine Situation mit Saul gut bewältigt – nicht so, als er sich von Bathsheba auf dem Dach verführen liess.

Stress vermindert unsere Fähigkeit zur Selbststeuerung. Wir geraten in Gefahr, uns primitiv zu verhalten.
In allem sind wir bedrängt, aber nicht in die Enge getrieben, ratlos, aber nicht verzweifelt, verfolgt, aber nicht verlassen, zu Boden geworfen, aber nicht am Boden zerstört. Allezeit tragen wir das Sterben Jesu an unserem Leib, damit auch das Leben Jesu an unserem Leib offenbar werde. (2. Kor 4,8-10)
Leiden ist ein Teil in unserem Leben. Können wir der Welt Jesus in uns zeigen? Das geht manchmal besser aus einer Leidenssituation heraus, indem wir mit Krisen und Konflikten anders umgehen können. Wir müssen uns entwickeln – auch durch meditatives Gebet (siehe auch Epheser 3,16-21). Wenn wir den kurzfristigen Dingen nachlaufen, können wir nicht uns selber sein. 

Damit wir uns überwinden können, brauchen wir zuerst Beziehung mit dem Vater – doch kennen wir unseren Vater oft zu wenig. Jesus sagt zu ihm: So lange schon bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? (Joh 14,9) Wen glaubt ihr, haben die Jünger in Jesus gesehen, wenn sie diese Frage stellen? Meister, Lehrer, Wundertäter, Mensch, einer der alles richtig macht? Bei der Heilung der blutflüssigen Frau spricht er sie als seine Tochter an – er heilt ihre Beziehung zum Vater. Oder bei der Heilung der Aussätzigen – er berührt diese Menschen, zuerst Beziehung, dann Heilung.

Nirgends steht, dass zuerst das Leben aufgeräumt werden muss, bis du zum Vater kommen kannst; nein, du kannst erst aufräumen, wenn du Beziehung zum Vater hast!

Was wäre, wenn Jesus nicht einfach nur Brückenbauer, sondern die Verkörperung des Vaters auf Erden ist? Durch seinen Tod versöhnt uns Jesus mit dem Vater. Adam und Eva sind perfekt angelegt, aber sie verhalten sich nicht perfekt, sind also fähig, Fehler zu machen. Gott macht Adam nach dem Sündenfall ein Beziehungsangebot, aber Adam lehnt dieses Angebot aus Scham und Selbstverurteilung ab.

Was bedeutet Liebe? Wenn du Gott liebst, wenn du den Nächsten liebst, wenn du dich selber liebst, brauchst du kein Gesetz mehr. Und Paulus sagt, wenn du auch alles richtig machst, hast aber die Liebe nicht, so ist alles nichts!

Lies in 2. Korinther 5,19-21 das Wort der Versöhnung!

Der Feind redet uns ein, wertlos zu sein. Gegen diese Lüge müssen wir ankämpfen. Ich mache zwar oft Fehler, aber ich bin kein Fehler! Der Feind betrügt uns um unseren Wert. Darum gab Gott uns seinen Sohn, damit wir sehen, wie wertvoll wir für Gott sind. Aus Angst, nicht zu genügen, machen wir den anderen oft etwas vor und betrügen dadurch die anderen und uns selbst.

Selbstgesteuert oder getrieben? Wir sind nicht Getriebene, wir sind die, die wir gemäss unserer Anlage durch Gott sein sollen oder sein werden. Zu wissen, was nach der Krise ist, hilft uns, die Krise durchzustehen und nicht davonzulaufen. Wichtig ist nicht, wo du auf deiner Reise stehst, sondern wohin dein Herz gerichtet ist.

Adrian hat das Beziehungsangebot von Gott angenommen, mehrmals – mehrmals hat Gott ihn vom richtigen Weg überzeugen können. Ohne Gott hätte er die falsche Richtung gewählt. Gott erzieht uns. Erziehung ist, Partner Gottes zu sein und hervorbringen, was Gott in die Menschen gelegt hat. Und immer wieder kommen Zweifel und wir brauchen Bestätigung. Doch wenn du deine Kinder liebst, wieviel mehr liebt dein Vater dich! So ist auch unser Auftrag: Zeige der Welt den Vater! Nicht der Welt sagen was sie zu tun hat (religiös), sondern den Vater verkörpern, auf das Wesen des Vaters hinweisen. Wenn Menschen dem Jesus in mir begegnen können, kann wiederum Heilung geschehen. Nach der weltlichen Sicht von Jesus kommt die geistliche Sicht. Und so sollen auch wir von unseren Mitmenschen eine geistliche Sicht wahrnehmen. 

Wenn wir einen Konflikt lösen wollen, sollten wir
- Den Sachverhalt beschreiben und die Gefühle beschreiben (getrennt!)
- Unsere Bedürfnisse beschreiben (was brauche ich jetzt)

Im Affekt klappt es meistens nicht so mit diesem liebevollen Vorgehen. Darum braucht es Übung. Gott wirbt um unser Vertrauen. Gott wird das Chaos, das er, durch die Überlassung des freien Willens an uns, zulässt oder angerichtet hat, auch wieder selbst aufräumen. Wie anders aber, als mit unserem freien Willen, sollten wir Gott, seine Liebe und Fürsorge kennen lernen?

  • Wir können andere nicht steuern, aber wir können systemisch denken: wenn ich etwas verändere, verändert sich auch etwas beim anderen.
  • Unsere Identität hat viel mit dem zu tun, wie wir in Krisen reagieren. Ist es Zorn, Rückzug, Sucht oder ist es Gottes Einladung zum Prozess der Liebe, um darin wachsen zu können? Prozesse führen zu Durchbrüchen.
  • Im Konflikt ist es wichtig, dass der andere uns sieht, sehen kann. Also kein falsches Lächeln und dabei ist das Herz eine Mördergrube. Lass dich sehen und sieh selbst. Wagen wir uns, ein Stück mehr von uns sehen zu lassen. Dabei soll das Gegenüber nur zuhören, sehen. Häufig in Konflikten besteht Menschenfurcht – wir getrauen uns nicht, etwas anzusprechen – dabei verstecken wir unsere Angst hinter Freundlichkeit.
  • Gehe möglichst früh auf den anderen zu, wenn deine Grenze überschritten wurde, bevor sich Ärger gebildet und Wut dich vom anderen distanziert.
  • Gott meint es gut mit dir – wenn du noch so grossen Mist gebaut hast, Gott lädt dich immer wieder ein, den Weg mit IHM fortzusetzen, dort wo er unterbrochen wurde, wo wir in unserer Freiheit falsch gewählt haben oder unsere Freiheit durch ein falsches Versprechen der Welt haben rauben lassen.
  • Lerne Gott kennen, richte deine Augen auf Jesus und lass dir von ihm den Vater zeigen. Lerne Gottes Liebe kennen, lerne sie anzunehmen und gib sie weiter, umsonst, wie du sie erhalten hast. Das Reich Gottes ist da - helfen wir, es sichtbar zu machen.
  • Wir brauchen nicht nur Gott, wir brauchen einander. Gott hat uns in einen Beziehungskontext hineingestellt. Aus dem heraus sollen wir leben, neue Beziehungen wagen und zeigen, wie wir sind, gerade unsere verletzlichen Seiten. Wir sollen uns gegenseitig stützen, im Wissen, Gott hat auch ein JA zum anderen. Darauf vertrauen, dass Gott eine Lösung bereit hat.
  • Wenn ich wirklich überzeugt davon wäre, dass ich wirklich kostbar bin, wie würde ich dann mit mir, mit Leib, Seele und Geist umgehen?

Wir können nie unser Gesicht verlieren, nur unsere Maske (Roland) 

Ausschnitt Referat Adrian Nagel

Partner

.