Matthias (Kuno) Kuhn

VK18 Modul 7 vom 27.04.19 in der Morija in Frauenfeld

Thema:    Jüngerschaft als Lebensstil - damit der Himmel auf die Erde kommt 
Referent: Matthias (Kuno) Kuhn

Was ist Jüngerschaft? Es ist der Schlüssel zu einem Lebensstil, der die Qualität des Himmels auf die Erde bringt. Es bedeutet auch Training für uns und Ermu-tigung für den Dienst, den Jesus an uns getan hat. Jesus hat uns prophezeit, dass wir noch Grösseres tun werden als er. Wir wollen erwarten, dass Gott übernatürlich eingreifen kann und wird. Wir wollen lernen und lehren, eine himmlische Kultur zu leben.
Was ist uns wichtig, was unsere Kinder lernen – Respekt, Vertrauen, ...? Wie kann das geschehen? Durch Vorleben, im Miteinander, mit Vergebung, authentisch sein, lieben, wahrnehmen, ermutigen, achten.

Johannes der Täufer hat Jesus als Erlöser angekündigt. Aber Jesus ist nicht nur Erlöser, sondern Vermittler der Kultur des Himmels. Die Bergpredigt ist eine Proklamation, wie der Himmel funktioniert. Kirche ist eigentlich der Ort, wo der Himmel gelebt wird (werden soll).
Und jeder der diese Worte hört und sie nicht tut, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf den Sand baut; (Mat 7,26) Wenn du aber nach SEINEM WORT tust, baust du auf Felsen.
Jesus macht uns vor, wie man das Wort Gottes lehrt und lebt. Er wählte 12 Männer aus, damit sie mit ihm leben und um sie zu lehren. Es braucht Lehre und Leben (oder Praxis bzw. Training). Er hatte dafür drei Jahre Zeit. Der Himmel funktioniert oft ganz anders als unsere Welt! Der Himmel ist grosszügig. 

Paulus hat die von Jesus übernommene Aufgabe weitergeführt. Er ist nicht gross und wichtig aufgetreten, sondern wie ein Vater, der seine Kinder lehrt indem er mit ihnen das Leben teilt. Was Matthias Kuhn als Katastrophe bezeichnet: Viele Familien teilen Leben, bringen aber keine Lehre und viele Kirchen bringen Lehre, teilen aber das Leben nicht. 
Nicht die Geschichten, sondern das Leben prägen. Gott hat vielen von uns ganz reiche Geschichten des Lebens gegeben. Tage der Stille, Tage mit der Familie, ab und zu ein Vater-Kind-Tag bzw. ein Mutter-Kind-Tag. Eine Lektion hat Kuno von seiner Frau gelernt. Als sie die erste Tochter gebar, wurde ihr das Kind an die Brust gesetzt. Obwohl sie noch nie vorher gestillt hatte, hat sie es gemacht und gewartet, ausgehalten und vertraut! Das ist eine Ermutigung für uns, das Wort zu leben, auch wenn wir es zum ersten Mal tun. Im Tun werden wir gestärkt und können wachsen.

Im Üben der Kultur des Himmels erleben wir auch Frust. Nebst der Jüngerschaft brauchen wir ein Leben im Geist (siehe GAL 16-25). Der Geist Gottes will uns vom Himmel her ernähren aber wenn sich unsere Seele verselbständigt, wird sie wieder vom Feind gefüttert und die Seele will nicht, was der Geist will. Was kann ich dann machen? Es gibt nur eines: Busse tun! Denn wenn die Seele sich meldet, haben wir immer das Gefühl, Opfer zu sein. «Vater, es tut mir leid, ich habe dir nicht vertraut» ist das einzige, was zu denken und zu sagen ist. Die Busse gehört an den Anfang; es ist die geistige Entrümpelung. Dann brauchen wir das Wort Gottes, das uns ernährt. Und den Glauben an das Wort. Zum Dritten kommt Dankbarkeit für alles Gute in unserem Leben. Dankbarkeit hat Kraft! Trotz dieser drei Punkte kann es vorkommen, dass unsere Seele eigenartig reagiert. Es kann sein, dass unsere Seele noch gebunden ist. Bindungen, vor allem in Bezug auf sexuelle Unreinheit, brauchen eine bewusste Loslösung vor dem Thron Gottes. Denn wo der Geist ist, da ist Freiheit. Wie nahe Geist und Welt sind, sehen wir bei Petrus (siehe Mat 16,15-23). Der Himmel kann uns auch durch schmerzvolle Trauer führen!

Die Wertesysteme der Welt sind uns sehr eingetrichtert worden. Und jetzt kommen noch die Werte der postmodernen Zeit. Die christlichen Werte, die unser Land geformt haben, fallen heute mehr und mehr weg. Wir müssen diese himmlischen Werte wiederfinden: Grosszügigkeit, angstfreies Handeln, Solidarität mit den Schwachen, sorgenfrei leben usw.
Jesus hat uns den Wert des sorgenfreien Lebens gezeigt: Welt ist Stress, Gottes Reich ist Ruhe. Aber auch mit einer gefüllten Agenda kann man stressfrei und in Frieden leben (siehe auch 1. Petrus, 5-10).
Wir sollen demütig sein – nicht antrainiert, das kann nach fünf Minuten jeder – sondern durch den richtigen Umgang mit Sorgen! In unserer schweizerischen Gesellschaft kultivieren wir Sorgen. Aber haben Sorgen schon einmal etwas Konstruktives bewirkt? Sorgen machen müde, Sorgen sind eine Aufmerksamkeitsverschiebung auf falsche Prioritäten! Sorgen machen blind für die Realität. Sorgen lösen keine Probleme, sondern lösen neue Probleme aus, eine Spirale des Negativen. Sorgen machen krank. Wir müssen:
1. Wenn Sorgen ins Leben kommen - Busse tun!
2. Die Sorgen auf Jesus werfen - und loslassen!
3. Verantwortung im Geist Gottes wahrnehmen!
4. Mit Dankbarkeit Gott unsere Anliegen bringen!
5. Gottes Wort als Wahrheit nehmen!

Die Schöpfung sehnt sich nach der Offenbarung der Söhne von Gott – nicht erst morgen, sondern heute.

Ausschnitt Referat Matthias (Kuno) Kuhn

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