Ilona Ingold

Leben wir im Plan Gottes - für uns?

VK18 Modul 9 vom 22.06.19 in der Morija in Frauenfeld

Thema:        Gottes Stimme hören
                     Prophetisches Hören - für sich, für andere, für die Gemeinde
Referentin:  Ilona Ingold, Schleife Winterthur

Ilona Ingold, Leiterin des prophetischen Dienstes in der Schleife, begeistert uns mit ihrer Freude an ihrer lebendigen Beziehung zu Gott.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. (Johannes 10,27-28)
Beziehung ist kostbar, ist Leben. Materie vergeht – egal ob kostbar oder nicht.
Danke Gott, was für ein Privileg, dass du Wohnung in uns nimmst, du mit uns lebst. Danke, dass wir heute dich wieder auf andere Weise kennen lernen dürfen. Wir bitten dich, dass du uns gesamtheitlich begegnen magst. Danke. Er ist ein Vater, der mit allen seinen Kindern spricht, auch mit denen, die IHN noch nicht kennen. Heute gehe ich auf die Arten ein, die uns noch nicht so geläufig sind. Prophetie ist nichts anderes, als mit Gott reden. Wenn ich herausfinden will, wie ich gemacht bin, muss ich mit meinem Schöpfer sprechen. Er weiss viel mehr als ich. Für mich und mein Leben ist es essentiell, mit Gott zu reden. Unser Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist, schon Beziehung in sich selber. Und weil er uns nach seinem Ebenbild geschaffen hat, sind auch wir befähigt für Beziehung. Wir Menschen wollen alles richtig machen - Abraham, Mose, David - und doch haben sie alle vieles verbockt und trotzdem waren sie ein Herz nach dem Willen Gottes. Ihm ist wichtig, dass sich unser Herz immer wieder neu für IHN öffnet. Wir Menschen wollen so gern tun. Es ist viel einfacher als SEIN. Beziehung ist anstrengend, Erziehung ist anstrengend. Beziehung birgt Missverständnis. Wenn schon Beziehung mit sichtbaren Menschen schwierig ist, wie schwieriger ist es mit dem unsichtbaren Gott. Wie oft verstehen wir ihn nicht? Oft machen wir eine Trennung - am Sonntag wollen wir fromm sein und Montag bis Samstag gehen wir dem anstrengenden Alltag nach. Es ist herausfordernd in ständiger Beziehung mit Gott zu sein. Etwas für IHN zu leisten ist viel einfacher, als einfach mit Gott zu sein. Immer wieder müssen wir neu beginnen, die Beziehung mit Gott immer wieder neu zu wollen. Gott hat uns mit freiem Willen ausgestattet und der Fähigkeit, für uns Verantwortung zu übernehmen. Darum fängt das reden mit Gott immer mit mir und Gott an; mit meiner Verantwortung für mich und meiner Identität. Wie redest du zu dir selber? Was denkst du über dich - selbsterfüllende Prophezeiungen? Sprechen wir uns Mut zu? Jesus hat den Weg frei gemacht, dass wir in das Bild verwandelt werden können, dass Gott schon immer für uns vorgesehen hat. Was ist unser christliches Bild von uns? Ist es das, was Gott meint? Manchmal setzen wir alle unsere Kräfte ein, um uns und unser Bild vom Christsein zu verwandeln - oft in ein Trugbild!
Gott ist ein Gott des Alltags! Er kann nicht nur in der Stille reden - einfach innehalten, IHN fragen was er uns durch irgendein Geschehen sagen will. Lassen wir uns für Gott störbar sein!
Ich aber sage euch, dass jeder, der ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, schon Ehebruch mit ihr begangen hat in seinem Herzen. (Matthäus 5,28)
Gott begegnet uns in allen unseren Sinnen (auch den geistlichen). Unsere natürlichen und übernatürlichen Sinne vermischen sich und die Grenzen sind nicht immer ganz klar. Und so ist auch die Stimme Gottes nicht ganz klar. Jesus nimmt unsere Vorstellungskraft ziemlich ernst! Das sichtbare ist vergänglich und für Gott ist das unsichtbare ewig! Jesus braucht unsere Vorstellungskraft. 
Auf Gottes Stimme hören ist immer verbunden mit Glauben, dass sie wahr ist! Siehe das Beispiel von Abraham. Sein Glaube an die Offenbarung Gottes ist ihm zur Gerechtigkeit anerkannt worden.
Die feste Speise aber ist für Erwachsene, welche vermöge der Gewohnheit geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen. (Hebräer 5,14)
Alle unsere Sinne können wir schulen und trainieren. Das kann uns niemand abnehmen. Wie mit den Vokabeln einer Fremdsprache ist es in unserer Verantwortung, uns darin zu trainieren. Wir müssen unsere Sinne zur Unterscheidung von Gut und Böse unbedingt trainieren, denn Satan kommt gerade in unserer heutigen Zeit mit ausgezeichneten Verführungsküsten bezüglich unserer Werte daher.
Früher musste man zum Tempel gehen, um Gott zu begegnen, um Vergebung und Versöhnung zu erlangen. Jesus hat uns den Weg zu Gott geöffnet. Wir sind der Tempel Gottes. Versöhnung und Vergebung finden in uns statt! Wer bin ich in dir, Gott? Je mehr ich von mir weiss, desto mehr kann ich meiner Intuition vertrauen, weil Gott mir vertraut. Im Geist wandeln - auch unsere Gefühle gehören zu unserer Intuition. Wieso schnürt es mir jetzt gerade den Hals zu? Fragen wir Gott!

Wir werden Jesus nicht aus unseren menschlichen Fähigkeiten erkennen, sondern wir brauchen Offenbarung wer Jesus ist. Je mehr ich mich ausstrecke nach Gott und frage, wer er ist, je mehr werde ich belohnt mit Offenbarung und Erkenntnis wer er ist und auch, wer ich bin.
Gedanken- und Sinneserneuerung geschieht nicht durch eigenen Kampf mit Bibelversen, sondern dadurch, dass wir unseren Schmerz bekennen und von Jesus heilen lassen. Wir sind geschaffen, für uns Verantwortung zu übernehmen, auch für unseren Schmerz und unsere Ängste. Mich Jesus hinzugeben, mit all meinen Mängeln. Jesus braucht unsere Stärken und unsere Schwächen - er braucht den ganzen Menschen. Es ist einfach ein Privileg mit IHM in Beziehung zu treten.
Offenbarung > Interpretation > Anwendung
Bei der Interpretation des geoffenbarten ist es so, dass unser Verstand hineinkommt. Aber wir müssen erkennen, dass auch Interpretation von Gott kommt. Und manchmal nerven wir uns, dass es so kompliziert ist. Gott geht es um Beziehung und darum verschlüsselt er uns das Eindeutige oft, damit wir mit IHM Beziehung aufnehmen und „dranbleiben“. Gott rechnet mit meinem Verstand, meiner Erfahrung und Prägung. Bei jeder Interpretation sind wir also auch mit unserem ganzen Leben involviert. Siehe auch 2. Mose 32,17; Josua empfand das Jauchzen des Volkes beim Tanz um das goldene Kalb als Kriegsgeschrei - seine Erfahrung als Kriegsmann; andererseits lässt sich dieses «Jauchzen für das goldene Kalb» sehr wohl als «Kriegsgeschrei gegen Gott» interpretieren.

Prophetisch wird ein Gespür von uns erst, wenn wir mit dem Verspürten zu Gott kommen und IHN fragen, was er dazu meint. Gott ist in der Bibel enthalten - er offenbart sein Wesen in der Bibel. Auch die Bilder der Bibel sind bereits in uns hineingelegt. Die Bibel ist also die erste Hilfe für die Interpretation. Auch persönliche Symbolik. Und wir brauchen den Heiligen Geist für eine korrekte Auslegung. Zum Beispiel das Bild des Löwen; ist es der «Löwe von Juda» oder der «brüllende Löwe (Satan) der herumgeht um Seelen zu fangen»? Wenn wir in jedem Fall, woher auch eine Offenbarung ist, solange mit dem Heiligen Geist im Austausch sind, bis unser Bild dem Bild von Gott entspricht, dann spielt die Herkunft der Quelle keine Rolle mehr.
Es ist absolut wichtig, alle unsere Eindrücke und Wünsche und Absichten immer wieder vor Gott zu bringen um seine Sicht in dieser Situation oder für den betreffenden Menschen zu erfragen. Nur dann können wir echte Arbeiter Gottes sein.
Auch beim dritten Punkt, der Anwendung, sollen wir Gott befragen. In neunzig Prozent ist es das Gebet. Und wir setzen noch immer zu wenig Gewicht und Vertrauen in das Gebet. Weil, wenn wir Gott in Übereinstimmung mit seinem Willen bitten, wird er sie erfüllen. Und es ist oft nicht daran, die Prophetie auszusprechen. Das was in der Stille mit Gott geschieht ist wesentlich. Nicht der Beter steht im Vordergrund, sondern die Macht Gottes. Die linke Hand soll nicht wissen, was die Rechte tut. Und was du tust, tue im Verborgenen, den der Vater im Himmel sieht auf dein Herz. Und wenn wir den Allerhöchsten vor den Menschen vertreten, brauchen wir Ehrfurcht, Gottesfurcht. Wie oft verletzen wir in gutem Glauben – handeln aber nicht im Sinne von Gott. Gott kann mit unseren Fehlern umgehen. Wir brauchen den Heiligen Geist, denn er kennt die Tiefen von Gott, er kennt alle Geheimnisse - ihn können wir fragen, was wir wann weitergeben sollen. Oft ist zuerst die Zeit zum Beten und erst viel später die Zeit um allenfalls Botschaften weiterzugeben. Wann ist die richtige Zeit für das richtige Wort? Prophetie ist immer zum Aufbau, Ermahnung (nicht Fingerzeig, sondern Aufforderung in Liebe, das Schlechte zu lassen und sich dem Guten zuzuwenden) und Trost.
Was ist dein Plan mit dieser Person, Gott? Denn deine Gedanken sind höher als meine Gedanken. Wenn ich im Namen von Gott rede, muss ich immer die freie Wahl lassen. Gott zwingt uns nicht, er lässt uns immer die Wahl. Gebt kein Gesetzt weiter, denn mit Jesus kam die Gnade, das Geschenk, das nicht verdient werden kann. Mit prophetischen Worten kann man manipulieren; nein – bitte keine Manipulation! Ein Schritt ist auch sich zu fragen, warum ich ein bestimmtes Wort weitergeben will - was geschieht dann mit mir? Wie würde es mir gehen, wenn ich dieses Wort erhalten würde? Würde ich dann lieber davonlaufen? Menschen lieben es in der Regel konkrete Anweisungen zu erhalten! Wir fühlen uns dann sicher und können messen. Aber das ist nicht Beziehung, sondern Gesetz! Und das Gesetz hat versagt! Und ein weiteres ist es, dass wir keine Verantwortung übernehmen wollen; wenn wir alle Schritte ausgeführt haben und es nicht geklappt hat, sind die Anweisungen falsch. Aber Jesus will mündige Menschen, dass jeder aus sich Gott den Vater erkennen kann.

Wenn ich jemanden repräsentiere, muss ich ihn kennen. Und wie wichtig ist es, wenn wir Gott repräsentieren wollen, dass wir IHN persönlich kennen. Nicht nur vom Hörensagen aus der Bibel oder vom Prediger. Wie haben wir Gott persönlich erfahren. Wir können nur den Gott weitergeben, den wir persönlich erfahren haben.
Wir müssen mit Gott ringen, uns bemühen IHN immer besser und tiefer zu kennen und zu verstehen. Nur so können wir IHN auch authentisch weitergeben. Haben wir einen Tun-Gott, einen Lehrer-Gott oder einen gesetzlichen Gott?
Wie prüfe ich, wie kann ich sicher sein, dass es Gott ist?
Den Geist löschet nicht aus; Weissagungen verachtet nicht; prüfet aber alles, das Gute haltet fest. Von aller Art des Bösen haltet euch fern. (1. Thessalonicher 5,19-22)
Meist vergehet eine gewisse Zeit bis uns Gott den Beweis schenkt. Doch diese Spannung müssen wir aushalten.
Als Empfänger des Wortes für jemanden anderen müssen wir ebenfalls prüfen. Ist es etwas Schlechtes, behalten wir es nicht! Nur das Gute behalte. Satan ist der Engel des Lichts und er kommt oft in sehr verführerischer Gestalt daher. Er ist der Verführer und er ist der Verkläger! Auch in vermeintlicher Wahrheit! Und ich habe nicht das recht, dieses Wort weiterzugeben. Wenn wir unsicher sind, legen wir ein Fell aus, wie Gideon, und lassen es von Gott bestätigen.
Nur weil etwas biblisch ist, heisst es nicht, dass es von Gott ist. Satan hat Jesus mit Bibelversen verführt. Alles was wir tun ist immer Stückwerk und ergänzungsbedürftig. Alles was ins Tun führt ist Gesetz. Alles was in Anleitungen führt, führt zur Gesetzlichkeit. Adam und Eva waren nackt und nach der Begegnung mit der Schlange haben sie gemerkt oder realisiert, dass sie nackt sind. Aber wenn wir die Realität ansehen, ist es nicht immer Gott. Sehr oft ist es der Blick von Satan, der uns zwar Realität vermittelt aber nicht Gott. Also bleiben wir nicht bei der Realität stehen, sondern wenden uns immer wieder an Gott in einem lebenslangen Prozess.
Angst ist das grösste Hindernis in unserer Beziehung zu Gott. Und jedes Mal, wenn ich aus Angst etwas sicher machen will, verpasse ich Beziehung mit Gott. Ich kann Angst nur überwinden, wenn ich sie Gott bringe und mit IHM darüber spreche. Die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus! Es geht um mich und um mein Herz, damit ich lerne IHM mein Herz hinzuhalten, damit er mich heilen und in sein Ebenbild verwandeln kann.
Prophetie und Heilung - Ja, Jesus will auch heute noch heilen; Wunder sind auch heute noch real. Doch er macht’s nicht bei jedem. Und mit dieser Spannung müssen wir Leben. Er ist Gott und bleibt Gott. Aber wir können mit diesem Schmerz und dieser Spannung zu Gott gehen. Auch beim Heilen gibt es nicht das richtige Gebet, das richtige Vorgehen. Wir können nur im Austausch mit Gott bleiben und IHN bitten. Warum bete ich für eine Person um Heilung? Weil ich den Schmerz nicht aushalten kann?

Verbringe Zeit mit Gott – stärke deine Beziehung zu IHM, mit IHM, durch IHN.

Ausschnitt Referat Ilona Ingold

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